Wilhelm Heinse (1746-1803) nam in de Spinoza-Streit een eigen positie in

Wilhelm Heinse, voluit Johann Jakob Wilhelm Heinse, was een Duitse schrijver van verhalen en kunstcriticus die volledig meedeed aan de Sturm und Drang-periode en behoorlijke invloed uitoefende op de romantici. Als rechtenstudent in Erfurt ontmoette Heinse de schrijver Christoph Martin Wieland en via hem Johann Wilhelm Ludwig Gleim, die bekend stond om zijn patronage van jonge dichters en die in 1772 Heinse een post als Hofmeister bezorgde bij de familie Massow in Quedlinburg. In 1774 ging hij naar Düsseldorf, waar hij het blad voor vrouwen Iris, hielp redigeren. Na reizen naar Italië tussen 1780 en 1783, keerde hij naar Duitsland terug en werd bibliothecaris van de aartsbisschop  van Mainz in Aschaffenburg.

Een bekende novelle van Heinse is Ardinghello und die glückseligen Inseln (1787); de held is een kunstenaar en dromer die zijn utopia vindt op een Grieks eiland. Het verheerlijkt erotiek en esthetiek  waarmee het de voorloper werd van de Künstlerroman van de Romantische beweging. In zijn tweede novelle, Hildegard von Hohenthal (1795–96), speelt muziek die de schilderkunst in het eerste verhaal had; het wordt beschouwd als een bijdrage aan de muziekkritiek. In een kritisch essay, Über einige Gemälde der Düsseldorfer Galerie (1776–77), benadrukt hij de afhankelijkheid van kunstproductie van historische en nationale omstandigheden.

En wat betreft zijn Spinoza?

Gert Theile, Wilhelm Heinse: Lebenskunst in der Goethezeit [Wilhelm Fink Verlag, 2011 –books.google] beschrijft Heinse’s poging om de antieke levenskunst in de zin van de leer van Epicurus in overeenstemming te brengen met de sociale verhoudingen van zijn eigen tijd. De auteur maakt gebruik van een artikel van Anne Eusterschulte die het meest diepgaand studie maakte van Heinse’s betrokkenheid bij de Spinoza-strijd aan het eind van de 18e eeuw, in

Anne Eusterschulte, „Die ganze Natur leben, denken und empfinden.“ Heinse und der Spinoza-Streit [Gernot Frankhäuser (Hrsg.), Wilhelm Heinse und seine Bibliotheken. Mainz, von Zabern, 2003, S. 33-46.] *) **)

Citaat uit Gert Theile (zonder noten):

Während Goethe Zeit seines Lebens festhält am „Ewig-einem, das sich vielfach offenbart", geht Heinse bei seinem Bezug auf das Hen kai pan nicht von einer (letztlich) prästabilisierten Weltsicht aus. Er favorisiert Anschauung und Erfahrung als philosophischen Prüfstein und Zugang zu einer atomistisch ver-standenen, ständig bewegten Natur. Heinses Auffassung vom „rauschhaften Versinken in das All endet mit einer ganz netten Formulierung des Hen kai pan, das nicht mehr das statische ‚Eins und Alles' der Jacobischen Auseinandersetzung bedeutet, sondern in der Formel ,Eins zu seyn, und alles zu werden' den ewigen Wechsel von Werden und Vergehen und die lustvolle Auflösung des Menschen in das All der göttlichen Natur ausdrückt". Zuletzt hat Anne Eusterschulte die Konvergenzen zwischen Heinses „panvitalistischer Interpretation vorsokratischer Naturphilosophie" und „zeitgenössische(n) Substanzkonzeptionen", gemeint sind die Pantheismus-Diskussionen der Goethezeit, herausgestellt". So weist sie in ihrer Untersuchung nicht nur auf Heinses intensive Beschäftigung mit dem Spinozismus hin, sondern auch auf das bis in die späten Aschaffenburger Jahre nachweisbares Interesse am ‘pantheistischen Naturbegriff` überhaupt, z. B. bei Bruno, bei der Konfrontation Spinozas mit der Naturteleologie Kants und „nicht zuletzt [auf] das große Interesse für zeitgenössische Theorien der Lebenskraft, Epigenesis, Selbstbewegung bzw. Or-ganisation des lebendigen wie für naturwissenschaftliche Studien aus dem Bereich der Biologie, Chemie, Medizin und Körperpsychologie'''. Hingegen wird man Eusterschultes Fazit, Heinse hätte seine „Vorstellung eines selbständigen Wesens, woraus alle Seelen und Körper hervorquellen, wachsen, sind und vergehen, wie das Wasser in den Bächen', einer niemals versiegenden, ewigen Lebensquelle [...] nicht zuletzt in Auseinandersetzung mit der Spinozadiskussion" entwickelt', mit Reserve begegnen; die naturphilosophischen und naturreligiösen Grundlagen seines Denkens haben durch die Auseinandersetzung mit dein Spinozismus kaum Veränderungen erfahren. Denn auch der späte Heinse weicht von den Grundkonstanten vorsokratischer Naturphilosophie und des daran anschließenden, selbst nicht eindeutigen Epikurschen Naturbegriffs keineswegs ab: Dieser begreift den Menschen als ein Naturwesen, das in philosophischer Lebensweise über die zu erreichende autarkia kosmisches Bewußtsein erlangen kann, weil das autarke Ich sich als Teil der Unendlichkeit der All-Natur erfährt'. Heinses Verhältnis zu Spinoza gestaltet sich differenziert; einerseits würdigt er die historische Leistung des holländischen Philosophen, der die Natur an die Stelle des Gottesbegriffs setzt, andererseits schätzt er diesen Naturbegriff als unzureichend ein, bemängelt den seelenlosen Schematismus der philosophischen Darstellung:

„Gott u Seele braucht er entweder als Masque oder er hatte den Juden noch nicht ganz abgelegt. Doch war er zu dem letzten gewiß zu gescheidt, u entdeckt sich zu offenbar für den Verständigen. Er ist gewiß einer von den schrecklichen Atheisten Alles nothwendig, keine Schönheit, Ordnung in der Natur, keine andre Glückseeligkeit als die Begriffe davon. Wir sind weiter nichts als geworfne Stei-ne im Flug. [...] Inzwischen muß man gerecht seyn: er hat alle die metaphysische Phraseologie über den Haufen geworfen und doch wahren Grund und Boden, nehmlich die allgemeine Natur zur Quelle von allein hergestellt und dieß ist keine Kleinigkeit. [...] Kühn ist die Unternehmung gewiß, und er steht an der Spitze der Menschheit. Aber von der Natur selbst hat er noch gar nichts gesagt Denn seine bloße res extensa ist so viel als nichts, und seine res cogitans auch so viel; denn er erklärt nicht das mindeste darüber."

Als allgemein aufklärungstypisch kann Heinses Absage an den theistischen Gottesbegriff eingeschätzt werden, der mit einer naturreligiösen Verehrung kompensiert wird. Eusterschultes in ihrem Aufsatz zuletzt angeführtes Heinse-Zitat spricht denn auch eher für ein Beharren auf seiner naturphilosophisch-religiösen Sicht, als daß es Zeugnis wäre für die von ihr behauptete „fruchtbare Verbindung mit der Lebensphilosphie des christlichen Spinozismus”:

„Wir haben die Lehre von Gott durch Grübeleyen und Partheygeist aus Interesse nur schwer gemacht; für den Naturmenschen ist sie sehr leicht Verehrung der Universalwesen [Hervorhebung —G.T.], wovon wir und alle einzelnen Dinge abstammen, sollte überall Religion seyn. Die Sinnen erkennen dafür die reinen Elemente: Sonne oder Feuer überhaupt; Luft, Wasser, Erde. Laßt diese das Volk verehren; warum wollt ihr es mit Abstractionen plagen, die ihr nie gewiß für wahr bestimmen könnt?'[p. 102-103]

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*) In de catalogus “Wilhelm Heinse und seine Bibliotheken” bij de gelijknamige Ausstellung der Stadt Aschaffenburg und der Hofbibliothek Aschaffenburg in den Räumen der Städtischen Museen in Schloß Johannisburg: 10.05. - 06.07.2003; Ausstellung der Stadtbibliothek Mainz in den Räumen des Bibliotheksgebäudes in der Rheinallee: 04.09. - 04.10.2003]

**) De Duitse Spinozabibliografie heeft dit artikel niet van haar, maar velmeldt nog wel:

• Anne Eusterschulte, “Ist Spinozismus Atheismus? Die Diskussion um die atheistischen Konsequenzen der Philosophie Spinozas im 17. und 18. Jahrhundert." In: Richard Faber & Susanne Lanwerd (Hrsg.) Atheismus: Ideologie, Philosophie oder Mentalität? Würzburg: Königshausen & Neumann, 2006: 35-73.

• Anne Eusterschulte, “Politischer Spinozismus: Pierre Bayle und Spinoza.” In: Heidelinde Beckers & Christine Magdalene Noll (Hrsg.), Die Welt als fragwürdig begreifen: Ein philosophischer Anspruch; Festschrift für Hassan Givsan. Würzburg: Königshausen & Neumann, 2006


Ira Wilhelm, Wilhelm Heinse und seine „Düsseldorfer Gemäldebriefe“. Dissertatie, Berlin 2012 [PDF]

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