Max Grunwald (1871 - 1953) Gekrönte Preisschrift "Spinoza in Deutschland"

          “Ohne Spinoza kein Goethe. Ohne Goethe kein Spinoza” 
                                        Max Grunwald *)

In diverse blogs heb ik er al eens gebruik van gemaakt en ernaar verwezen, maar een apart blog erover had ik nog niet. Ik maak het nu eindelijk, mede om zo het boek zelf sneller te vinden.

Max GrunwaldGrunwald, geboren in Zabrze in het Pruisische Silezië, studeerde aan de universiteit van Breslau waar hij in 1892 promoveerde tot doctor in de filosofie op Das Verhältnis Malebranches zu Spinoza [Breslau, Schatzky, 1892]. Tegelijk bezocht hij in dezelfde plaats het Jüdisch-Theologische Seminar en werd rabbijn. Hij was vanaf 1895 rabbijn in Hamburg en vanaf 1903 in Wenen. Ondertussen schreef hij over joodse geschiedenis en over joodse volkerenkunde. In 1897 richtte hij de Gesellschaft für Jüdische Volkskunde op en werd in 1898 hoofdredacteur van de Mittheilungen ervan.

Én hij deed mee aan een in 1893 uitgeschreven schrijfwedstrijd over Spinoza die hij won: Spinoza in Deutschland, [Berlin, 1897]

De tekst is te vinden op archive.org.

 

Op de titelpagina als motto Spinoza's uitspraak aan Albert Burgh: “Non dico me optimam invenisse philosophiam, sed veram me intelligere scio.”

Het meest komen we over prijsvraag en resultaat te weten uit delen van het juryoordeel dat in het Voorwoord is opgenomen:

 

Vorwort

Zur Rechtfertigung eines Vorwortes diene das Folgende. In No. 22 der „Oesterreich. Wochenschrift" Jhrgg. 1893 fand sich ein Preisausschreiben, welches die Aufgabe stellte: „Einfluss Spinozas auf deutsche Denker und Dichter. Die Preisschrift soll nicht bloss den bereits ausgeübten und noch fortwirkenden Einfluss Spinoza's auf deutsche Denker und Dichter auf Grund der eigenen Forschungen des Verfassers nachweisen, sondern auch die Ansichten von Schriftstellern in den letzten zwei Jahrhunderten über diesen Punkt den Lesern mittheilen." Die Arbeiten sollten „bis längstens 31. Dezember 1894" eingeliefert werden.

Auf diese Anzeige wurde der Verf. erst nach Wochen aufmerksam. Ausserdem waren bis gegen Ende 1893 eine zweite Preisschrift, sowie andere Arbeiten zu erledigen. Es gelang jedoch, die vorliegende Lösung der Preisfrage zur rechten Zeit einzureichen.

Die Urteile der Preisrichter, welche, laut einer Anzeige vom 16. April 1896, die Krönung der Arbeit mit dem Preise zur Folge hatten, lauteten im wesentlichen wie folgt:

1. Die Arbeit geht „über das Thema der Preisaufgabe weit hinaus. Sie behandelt nämlich nicht nur diesen Einfluss (Spinozas), sondern enthält vielmehr eine vollständige Geschichte des Spinozismus in Deutschland. Dieser erweiterten Aufgabe ist der Verfasser mit grossem Eifer und umfassender Sachkenntnis nachgekommen. Er ist ein gründlicher Kenner sowohl der Geschichte der Philosophie, als auch der modernen Literaturgeschichte und ein Mann von sicherem, selbständigem und gereiftem Urteil. Mit seltenem und höchst anerkennenswertem Fleisse hat er die ganze umfangreiche, auf seinen Gegenstand bezügliche Literatur in einer Weise durchforscht und benützt, wie sie in derartigen Monographien nicht häufig angetroffen wird. Der mit Glück erfasste und durchgeführte Gedanke, die Wandlungen in der Erkenntnis und Auffassung Spinozas in engem Zusammenhang mit dem Umänderungsprozesse der modernen Welt-Anschauung selbst in Verbindung zu bringen, hebt die Arbeit über das Durchschnittsmass literarhistorischer Leistungen hinaus und gewährt ihr die Bedeutung eines Beitrages zur modernen Cultur-Geschichte. Mangelhaft erscheint mir die Untersuchung der Beziehungen Spinozas zur modernen Rechtslehre und Politik. Dass z. B. Spinozas Einfluss mitgewirkt hat an dem Aufbau der socialistischen Geschichtsconstruction, die alles Recht aus socialen Machtverhältnissen abzuleiten bestrebt ist, findet keine Erwähnung, trotzdem der Weg von Spinoza über Hegel zu Karl Marx und seiner Schule klar zu Tage liegt.

Als ein schwerwiegender Fehler aber muss es bezeichnet werden, dass die Lehre Spinozas als bekannt vorausgesetzt wird, so dass die Arbeit sofort in medias res geht. . . Wenn nun der Verfasser sich hie und da auch kritisch äussert, so ist doch ein zusammenhängendes Bild seiner Erkenntnis Spinozas aus seinen Ausführungen nicht zu erkennen.

Die Sprache der Abhandlmng ist im Allgemeinen klar und fliessend. . . .

2. Die eingelaufene Arbeit kann unbedenklich als gelungen und des ausgesetzten Preises würdig erklärt werden. Der Verfasser hat keine Mühe gescheut, eine kaum übersehbare Literatur bewältigt, hie und da auch handschriftliche Quellen aufgespürt und verwertet.

Das weit ausgedehnte Material hat ihn eine reiche philosophische Bildung und eindringendes selbständiges Urteil verarbeiten und zu einem umfassenden, zumeist auch in geschickter Darstellung ausgeführten Gesamtbilde vereinigen lassen.

Spinozas Einfluss auf das deutsche Geistesleben stand in seinen Grundzügen zwar seit langer Zeit fest. . . Allein nicht nur für die frühere Epoche, in der dieser Einfluss sich betätigt hat, sind wichtige Zeugnisse aufgespürt oder neu beleuchtet worden; auch in Betreff jener Denker, deren Beeinflussung durch Spinoza niemals zweifelhaft war, ist die Art, wie dieser Einfluss sich geltend machte, wie er sich mit anderen Bildungsfactoren verflochten, wie er in die Breite und Tiefe des geistigen Lebens der deutschen Nation gewirkt hat, mit dankenswerter Gründlichkeit erforscht und mit anschaulicher Klarheit dargestellt worden. Dabei verdient es besondere Anerkennung, dass der Verfasser neben den Philosophen auch die Dichter, einen Grillparzer, Lenau u. s. w. in den Bereich seiner Untersuchung gezogen hat.

Doch sollen auch die Mängel der im grossen und ganzen so rühmenswerten Arbeit nicht verschwiegen werden. Es wäre erwünscht gewesen, wenn der Verfasser der Geschichte des Spinozismus in Deutschland ein, wenn auch kurzgegefasstes Bild dieser Lehre selbst vorangeschickt hätte. Er übt an Spinozas System gelegentliche Kritik, er weist diese oder jene Auffassung spinozistischer Grundlehren als verfehlt zurück, ohne doch seine eigene Ansicht von dem wahren Wesen der spinozistischen Doctrin darzulegen oder zu begründen. Als einen zweiten Mangel, der mit leichterer Mühe vermieden werden konnte, möchten wir das Folgende bezeichnen. Das Tatsächliche und die Meinungen über das Tatsächliche werden keineswegs überall reinlich geschieden; auch die Folgeordnung, in der Beides behandelt wird, erscheint mitunter als eine wenig angemessene . . . Ein anderes, aber ein noch verzeihlicheres Gebrechen der Arbeit ist es, dass der Verfasser sich, je mehr er dem Ende der Abhandlung sich nähert, mehr und mehr in's Detail verliert und das Wichtige vom Unwichtigen immer weniger zu sondern versteht. Dieser Fehler darf wol mit Fug auf Rechnung der bei einer so umfangreichen und zugleich in bemessener Frist zu vollendenden Untersuchung kaum vermeidlichen Uebermüdung gesetzt werden . . . Durchaus erwünscht wäre es, dass der Verfasser, sobald er an die Drucklegung seiner Arbeit schreitet, manche Auswüchse seiner in manchen Partien . . allzu blühenden Darstellung beschneide, auch hie und da ein stilistisches Versehen, deren Referent sich mehrere angemerkt hat, rechtzeitig berichtige.

3. Die umfangreiche Abhandlung ist das Ergebniss einer sehr fleissigen und ausgedehnten Bearbeitung der gestellten Aufgabe. Allerdings hat der Verfasser den Einfluss Spinozas vornehmlich für die „Geschichte des modernen Bildungsgedankens", in’s Auge gefasst. Schon in der Anlage der Arbeit zeigt sich diese Beschränkung. Der Verfasser legt seiner geschichtlichen Darstellung und Beurtheilung nicht zu Grunde eine eigene, wenn auch noch so kurze Darstellung des Spinozismus, seines Gehaltes und seiner Enstehungsgeschichte, sondern er beginnt sogleich mit der Geschichte von Spinoza's Einfluss. Der philosophische Wert der Arbeit ist hiernach eingeschränkt und beeinträchtigt.

Indessen für die Zwecke eines literargeschichtlichen Compendiums dieses so höchst wichtigen Bildungs-Factors ist die Arbeit von anerkennenswerthem Nutzen. Der Verfasser hat alle in Betracht kommenden Nachwirkungen auf diese Quelle hin geprüft und mit Gründlichkeit und Ausführlichkeit die Belege beigebracht.

Wenn, wie nach der Fassung der Aufgabe vermuthet werden darf, die Tendenz derselben mehr auf eine literargeschichtliche Würdigung gerichtet ist, als auf eine selbständige philosophische Untersuchung und Abschätzung des spinozischen Einflusses in logisch-kritischer, wie in ethischer Hinsicht, so möchte ich kein Bedenken tragen, der Arbeit den Preis zuzuerkennen."

Die in diesen Urteilen enthaltenen dankenswerten Winke hat der Verfasser bei der Drucklegung der Arbeit zu nutzen sich bemüht, soweit ihr Charakter und ihr Umfang dadurch nicht wesentliche Aenderungen erlitten. Es ist, abgesehen von einigen literargeschichtlichen Zusätzen, welche die inzwischen erschieneneFachliteratur erforderte, im allgemeinenwenighinzugefügt worden. Nur dem, mit Uebereinstimmung geäusserten, Wunsche einer Skizzirung des Spinozismus zu entsprechen, soll an dieser Stelle, dem Rahmen der ganzen Arbeit gemäss, in möglichst volkstümlicher Weise versucht werden.

                                                      * * *

De reviewer ALFRED H. LLOYD [in: The American Journal of Theology, Vol. 3, No. 2 (Apr., 1899)] sluit zich aan bij de kritiek van de jury: té weinig over wie Spinoza was en wat hij leerde. Het is te materieel en biedt te weinig denken: “too objective, or, let us say, too "scientific." It is seriously lacking in spontaneity.”
Hij begint met wat statistiek die een beeld geeft: “it treats individually, under separate headings, the Spinozism or anti-Spinozism of one hundred three persons and collectively the relations to Spinoza of more than a dozen groups or schools. To each separate heading an average of a little over two pages has been allowed, but such as Mosheim, Rappolt, Stolle, Brucke, Arnold, Jean Paul, Haeckel, and Geiger get only a few lines, some only three or four, while Leibnitz gets seven pages, Edelmann over twelve, Herder over six, Goethe nearly ten, Schiller six, Kant over five, Fichte six, Auerbach four, Schleiermacher six, Schelling over eighteen, Hegel nine, Herbart over two, Schopenhauer and von Hartmann about six each, and Nietzsche about three.“

                                                   * * *

Op letterlijk het laatste nippertje ontkwam Max Grunwald aan Nazi-vervolging door in 1938, het jaar van de Reichskristallnacht, naar Jerusalem te emigreren. Hem redde het feit dat hij, ondanks dat onder rabbijnen het zionisme niet populair was, hij toch minstens een beetje (als dat zo gezegd kan worden) zionist was.

                                             * * *  

Heinrich Scholz (Hrsg.), is in Die Hauptschriften zum Pantheismusstreit zwischen Jacobi und Mendelssohn [Berlin: Reuther & Reichard, 1916 – archive.org] in een voetnoot in de Einleitung op pag. XLI niet erg te spreken over Grunwald:

“Die mit kompilatorischem Fleiß verfaßte Sammelarbeit von Max Grunwald, Spinoza in Deutschland 1897, kann bei ihrem völligen Mangel an Gesichtspunkten und Durcharbeitung des Stoffes höchstens als Vorarbeit anerkannt werden. — Man vergleiche noch den sorgfältig bearbeiteten Abriß einer Geschichte des spinozistischen Gottesbegriffes bei J. H. Loewe, Die Philosophie Fichtes nach dem Gesamtergebnisse ihrer Entwicklung und in ihrem Verhältnisse zu Kant und Spinoza 1862 S. 271 — 286 (doch sind die Ausführungen über die Nachwirkungen der Jacobischen Spinoza-Auffassung bei Schelling und Hegel S. 283 f. mit größter Vorsicht aufzunehmen); ferner den Abschnitt über die neuere Entwicklung des Spinozismus bei F. Erhardt, a. a. 0. S. 35 — 66.


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Bronnen

*) Geciteerd door David Wertheim, Salvation Through Spinoza: A Study of Jewish Culture in Weimar Germany [Brill, Leiden, 2011 - cf hier]

de.wikipedia over Max Grunwald

Jewish Encyclopedia over Max Grunwald

Lemma 2207 Grunwald, Max, Dr. in: Michael Brocke, Julius Carlebach, Carsten Wilke, Katrin Nele Jansen (Hrg], Biographisches Handbuch der Rabbiner, Volume 2. Walter de Gruyter, 2004 [books.google]

Review by Alfred H. Lloyd

Herkomst foto van Max Grunwald van hier - daar meer over Grunwald's Geschichte der Wiener Juden bis 1914

VoorkantJames R. Dow, Hannjost Lixfeld (Eds.), “The” Nazification of an Academic Discipline: Folklore in the Third Reich. Indiana University Press, 1994  [via books.google te lezen hoe er een eind kwam aan de door Grunwald begonnen joodse volkskunde]