Joseph Bernard Lehmans (1838 – 1866) zijn beoordeling van Spinoza

In vervolg op het blog "Joseph Bernard Lehmans (1838 – 1866) was de eerste promoverende rabbijn, die ook nog eens doctoreerde op Spinoza " in dit blog enige teksten uit zijn dissertatie.  

Aan het eind van de Erste Abteilung van J.B. Lehmans, Spinoza, sein Lebensbild und seine Philosophie. [Diss. Würzburg: F.E. Thein, 1864, VIII-128 pp.], nadat hij Spinoza’s karakter heeft proberen te schetsen en daarbij hetgeen anderen daarover aandroegen verwerkte, komt hij met een Schlussbetrachtung die twee pagina’s beslaat en die ik hier overneem.

Daarna volgt zijn tweede bijlage, waarin hij het nodig vond het verschil tussen het Spinozistische en joodse godsbegrip nog eens kort aan te geven..

 

 

BEILAGE II.

DER SPINOZISCHE GOTTESBEGRIFF UND DER JÜDISCHE.

Man hat Vieles gefabelt von dem Einflusse, den der jüdische Monotheismus auf den Spinozischen sogenannten Monismus ausgeübt habe. Statt nun zu untersuchen, wie weit dies der Fall sei, oder darzuthun, dass neben den jüdischen sich nicht wenige christlich-dogmatische Elemente in der Spinozischen Weltbetrachtung vorfinden, wie z. B. die überall durchgeführte Unterscheidung zwischen natura naturans und natura naturata; statt dessen wollen wir hier am Schlusse den Gegensatz, den die Spinozisclie Gotteslehre zu der jüdischen bildet, beleuchten durch eine kurze Vergleichung beider. Den passendsten Anhaltspunkt zu einer solchen Paralelle bilden die ersten Verse der Offenbarungs-bücher, verglichen mit den ersten Sätzen der Spinozischen Ethik. Dort hat ein Gott die Welt erschaffen, es ist ein Geist Gottes da, Gott sah, dass es gut war; die Welt beruht auf einem vernünftigen Gedanken, es herrscht Ordnung und Gesetz; das ist die Lehre des Moses und der Propheten. S p in o z a lehrt: Kein Gott hat die Welt erschaffen, sie ist die Ursache ihrer selbst; kein Gottesgeist und keine göttliche Vernunft, ein blinder Fatalismus führt die Herrschaft, kein Gesetzgeber hat die Natur geordnet, die Welt ist ein blindes vernunftloses Chaos. Auch für S p i-n o z a gilt das "Wort: „dass die Erde wüst und leer sei," das hat er eingesehen, zu dem Gedanken aber: "und Gott sah, dass es gut war," war er nicht gekommen.